Typisch Vancouver

Veröffentlicht am 1. Juni 2010 von Nadine Hauff in Kanada

Viele Dinge, die mich bei meinem Eintreffen faszinierten, nehme ich inzwischen schon als selbstverständlich hin bzw. nehme ich nicht mehr als faszinierend wahr. Dazu kommt, dass ich nach einem Jahr nicht mehr weiss, wie manche Dinge in Deutschland aussehen.  Es ist also etwas unklug solch einen Artikel erst 1 Jahr nach der Ankunft zu verfassen. Doch ich gebe mein Bestes um euch einen kleinen Eindruck von Kanada / Vancouver zu verschaffen.

Natürlich kann ich nicht wirklich von Kanada sprechen, sondern nur von Vancouver, da Vancouver und Umgebung das Einzige ist, was ich bereist habe.  Manche Dinge lassen sich aber doch verallgemeinern. Also was macht denn nun Vancouver zu Vancouver?

Da wäre zunächst mal das Strassensystem. Strassen, wie wir sie aus Deutschland kennen gibt es nicht. Nord nach Süd und West nach Ost. So einfach ist das hier. Und wenn man von einer Kreuzung zur anderen läuft, spricht man von einem Block. Dann sind die Häuser hier aus Holz gebaut, macht ja auch Sinn, da es diesen Rohstoff in Kanada wie Sand am Meer gibt. Alle größeren Häuser haben Feuerleitern, wie man sie aus dem TV kennt.

Komme ich zur Fortbewegung. Die Autos sind hier doppelt so groß wie in Deutschland. Da Vancouver am Wasser liegt, sind Fähren (Seabus) ganz selbstverständliche Fortbewegungsmittel, sowie Wasserflugzeuge. Eine U- oder S-Bahn haben wir nicht, dafür eine Hochbahn. Auch die Ampeln sehen etwas anders aus. Sie hängen an dicken Seilen, zusammen mit den Strassenschildern, über der Strasse.

Ab und zu sieht man die RCMP (Royal Canadian Mounted Police) auf Pferden durch die Stadt galoppieren. Die gelbe Jacke ist übrigens die normale Arbeitskleidung. Die rote Uniform wie wir sie kennen, wird nur zu besonderen Anlässen getragen, wie beispielsweise zu einer Musikparade.

Was wäre Amerika ohne Hot Dogs?? Yep auch hier stehen an jeder Ecke Hot Dog Stände. Und was wäre Amerika ohne seinen Coffee to go?? Starbucks, Blenz Cafe und Tim Hortons (da hab ich gearbeitet) gibt es haufenweise. Unten könnt ihr ein Foto sehen von einer Kreuzung, wo sich 2 Starbucks Cafes befinden.

Ich will noch kurz auf die Kanadier selbst eingehen. Kanadier sind die Ruhe selbst. Pünktlichkeit wird nicht so ernst genommen (ja hier fühlte ich mich dann gleich wohl) und Stress ist ein Wort, welches viele für einen Aberglauben halten. Was mir hier extrem aufgefallen ist, dass die Leute kein Problem damit haben 30-60 min an einem Restaurant anzustehen um einen Tisch zu bekommen. Was ist das denn?? Da gehe ich einfach zum nächsten. Den Kanadiern ist das egal. Die stellen sich morgens vor der Arbeit auch 15 min an um einen Kaffee zu kaufen. Ja das find ich wirklich ungewöhnlich.

Das letzte Bild ist übrigens eines meiner Lieblingsschilder. Da muss ich ja nichts weiter zu sagen oder???

Viel Spass mit den Bildern.

Zwischen den Winterspielen

Veröffentlicht am 25. April 2010 von Nadine Hauff in Kanada

Neben den Winterspielen 2010 im Februar und März habe ich auch noch ein paar andere Dinge erlebt.

Kurz bevor die Winterspiele los gingen habe ich eine deutsche Berühmtheit getroffen. Unsere Katarina Witt in Vancouver. Sie war die Moderatorin für ARD. 1988 gewann sie Gold in Calgary. Auf dem Eis traf sie Elizabeth Manley, sie gewann ’88 Silber.

Zwischen den olympischen und paralympischen Spielen habe ich einen Tagestrip nach Whistler gemacht zum Ski fahren. Was für ein geiles Skigebiet. Und der Schnee…., was für ein Traum. Obwohl bestimmt 5 Jahre vergangen sind seit meinem letzten Skiausflug, bin ich auf die Bretter und los, nix verlernt.

Ende März habe ich dann noch den besten Hikingtrip gemacht, den ich bisher gesehen hatte. Der Chief ist kein normaler Wanderweg. Um die 800m Höhenunterschied zu bewältigen, muss man klettern. Und manchmal war das nicht ungefährlich. Hoher Adrenalienausstoss garantiert. Spass pur. Und oben angekommen ein wahnsinns Ausblick. Doch seht am besten selbst.

Hier Kati Witt und Elizabeth Manley am Robson Square in Vancouver:

Der Blick vom höchsten Punkt des Sawamus Chief:

Vancouver Paralympic Games 2010

Veröffentlicht am 23. März 2010 von Nadine Hauff in Kanada

Ich kann gar nicht glauben wie schnell die Zeit verging. Nun sind auch die Paralympischen Spiele vorbei. 506 Athleten aus 44 Nationen kämpften in 5 Disziplinen um 192 Medaillen.

Mein Arbeitsplatz war wieder die Athleten Ladezone im UBC, diesmal Schauplatz für Ice Sledge Hockey. Gold in dieser Disziplin machte die USA. Ein Spieler gab mir sogar seine Medaille für ein Foto. Was für ein Gefühl. Paar Tage zuvor war ich auch im Mint House, wo man sich die Medaillen anschauen kann. Dies findet erstmals in der Geschichte der Olympischen und Paralympischen Spiele statt.

Letzten Samstag hatten wir dann unsere Abschlußparty im UBC und später war ich noch auf der Athleten Abschlußparty im Paralympischen Dorf. Es macht mich etwas traurig, denn die meisten von ihnen werde ich wahrscheinlich nie wieder sehen, aber das gehört nunmal dazu. Nach jedem Event gibt es einen Event Hangover.

Jetzt heisst es für mich erstmal einen Job finden und was aus den letzten 3 Monaten machen.

Vancouver Olympic Games 2010

Veröffentlicht am 2. März 2010 von Nadine Hauff in Kanada

Vom 12.-28. Februar 2010 fanden die 21. Olympischen Winterspiele in Vancouver statt. Es nahmen 82 Nationen mit 2629 Athleten teil und kämpften in 86 Wettbewerben (7 Sportarten) um die Medaillien. Um diesen Event am Laufen zu halten, gab es 20.000 bezahlte Arbeitskräfte und 35.000 freiwillige Helfer.

Es kamen über 250.000 Besucher nach Vancouver. Das die Stadt dann voll sein wird, war mir klar. Doch sie war nicht nur voll, die Stadt war im Ausnahmezustand. Menschen überall, Busse waren überfüllt, Schlangen an sämtlichen Häusern (German House, Irish House, …), vor Restaurants, vor Shoppingläden und und und.

Doch das Allerbeste an den Spielen war mit Abstand die Atmosphäre. Menschen aus der ganzen Welt kamen zusammen um gemeinsam zu feiern.

Das große Finale schauten wir uns auf einer Leinwand in Downtown an. Was für ein Spiel. Und danach ging es auf die Straße, wo meiner Meinung nach ganz Vancouver war. In der Stadt ging gar nichts mehr. 10 Stunden nachdem das Spiel zu ende war, verließ ich Downtown und die Menschen waren noch immer auf den Straßen und feierten.

Das Ende der Olympischen Spiele bedeutet auch das Ende für mein UBC 2010 Team. Letzte Woche hatten wir einige Abschiedspartys. Es war ein unglaubliches Team, das ich jetzt schon vermisse.

Für mich heisst es jetzt vorbereiten auf die Paralympics und euch wünsche ich viel Spaß mit den Bildern.

Mein Job bei den Olympischen Spielen 2010

Veröffentlicht am 18. Februar 2010 von Nadine Hauff in Kanada

Meine Bezeichnung lautet Athlete System Supervisor. Ich arbeite in der UBC Thunderbird Arena, Austragungsort für Frauen Eishockey und überwache die Ladezone der Athleten. Als stressig würde ich den Job keineswegs bezeichnen, dafür habe ich jede Menge Spaß. Jeden Tag sind unter den Gästen Schauspieler und Prinzen und wenn es sich um ganz „Große“ handelt, kommen sie über meine Ladezone rein. So zum Beispiel auch der Vice President der Usa Joe Biden.

Auch als bezahlte Arbeitskraft bekommt man die schöne blaue Uniform (Hose, Jacke, Weste, 2 Langarmshirts und Mütze), dazu gibt es dann noch den Pass, der mir für 2 Monate freie Fahrt mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln verschafft.

Gestern bekam ich ein Freiticket für das Spiel Schweiz gegen Slovakia und die Schweiz hat gewonnen. Die Schweizer Mannschaft ist von allen Teams hier meine Lieblingsmannschaft, alle sehr freundlich und gut gelaunt, auch wenn sie mal verlieren. Auch ein großes Danke an Coach Rene fürs Gruppenfoto.

So nun aber zu meinen Fotos.

Tagestrip nach Whistler

Veröffentlicht am 31. Januar 2010 von Nadine Hauff in Kanada

Oder ich könnte auch sagen: Erster ernstzunehmender Kontakt mit Schnee. Es hatte zwar im Dezember einen Tag geschneit, aber nächsten Tag war alles wieder weg. Es ist einfach zu warm. Wenn es mal richtig kalt ist in Vancouver, dann reden wir von 0 Grad. Dafür regnet es eine Menge.

Ich kann mir gut vorstellen, dass ihr das Thema Schnee nüchtern seht, denn davon habt ihr ja im Augenblick mehr als euch lieb ist. Jedenfalls war ich voller Vorfreude, als es hieß, wir fahren nach Whistler. Dort liegen immerhin fast 3m Schnee.

Mit Felix seinem Ford Explorer brauchten wir knappe 2 Stunden bis nach Whistler, also eigentlich ein Katzensprung. In Whistler gibt es 2 große Berge, den Blackcomb Mountain und den Whistler Mountain. Mit einem Sightseeing Pass kann man mit der Gondel auf einen der beiden Berge hoch fahren und oben angekommen gibt es die Peak2Peak-Gondel. Diese pendelt zwischen beiden Bergspitzen hin und her und man kann sie so oft benutzen wie man will. Ich sag euch, der Ausblick auf die ganzen Berge, der hohe Schnee überall wo man hinschaut, das ist und bleibt der Wahnsinn.

Nach der aufregenden Schnee-Erkundung sind wir dann auf zum Tubing. Das sieht vielleicht nicht spektakulär aus, aber glaubt mir das fetzt und geht ganz schön ab.

Am Ende dieses grandiosen Tages waren wir alle bitter kalt und müde, doch zum Abschluß wurden wir mit frischem Schnee abermals belohnt, es fing an zu schneien und dass nicht wenig.

Meine Bilder von Whistler habe ich diesmal in ein Video gepackt, da es so viele sind.  Ein paar Bilder, die nicht im Video sind aber noch vorab. Bis dann.

Vancouvers Strände – Teil 2 Kits Beach

Veröffentlicht am 21. Januar 2010 von Nadine Hauff in Kanada

Nun komme ich auch schon zum 2. Strand, dem Kitsilano Beach. Der Kits Beach ist der bekannteste und beliebteste Strand in Vancouver. Was macht den Kits Beach so beliebt? Also als erstes wäre da mal der Strand und das Meer. Direkt am Strand grenzt dann der Kits Park mit viel Rasenfläche, Tennis- und Basketballplätzen. Nebenan befindet sich der Kits Pool. Das Wasser aus dem Pool wird direkt vom Meer bezogen. Es handelt sich übrigens um den größten Pool in Kanada.

Doch warum ist denn der Kits Beach nun so bekannt? Ich denke mal, dass das wirklich an der Lage liegt. Der Ausblick ist genial. Am Strand liegen und man schaut direkt auf Vancouver Downtown, dahinter die Berge und davor die zahlreichen Boote, die ein und aus fahren. Der Strand ist auch für seine Atmosphäre bekannt. Denn ein großes Motto am Kits Beach ist: „sehen und gesehen werden“.  Den Rest könnt ihr euch ja sicher denken. ;-)

Eine kleine Geschichte möchte ich euch noch kurz erzählen. Im Kits Park steht ein Stein mit einer Geschichte für Vancouver:

„Vancouver. Im Regen.

Ich war auf meinem Weg nach Hause. Es regnete in Strömen und ich war der Meinung, dass dieses Wetter nur für Enten geeignet war. Ich ging um die Ecke auf den Hof und was sah ich dort? Zu meinem Erstaunen, quakte und planschte eine wunderschöne Pekingente in einer Pfütze. Ich musste schmunzeln, solch eine Freude an einem grauen, nassen Tag wie dieser.

Es gibt die verschiedensten Wörter für Regen. Dröhnender Regen, flüsternder Regen, Regen, der dich in den Schlaaf wiegt und Regen auf den Blättern, der dich erwachen lässt. Harter Regen, sanfter Regen, seitlicher Regen, Regen der dich unverzüglich nass macht und Regen der wie sanfte Küsse deine Wange berührt.

Regen bringt uns alle Grautöne, doch genauso bringt er uns das Grüne, was uns umgibt und uns segnet.“

Vancouvers Strände – Teil 1 English Bay

Veröffentlicht am 17. Januar 2010 von Nadine Hauff in Kanada

Wie der Titel es schon erahnen lässt, wird dies eine Artikelserie.  Den Anfang macht English Bay, weil dies einer meiner Lieblingsstrände ist und zur Zeit auch vor meiner Haustür liegt.

English Bay ist der beliebteste Strand im Vancouver Downtown Gebiet.  Auf dem Rasen oder am Strand chillen, Fahrrad fahren, joggen, skaten oder einfach nur spazieren gehen.  Es ist immer Bewegung am English Bay. Vor allem wenn wir schönes Wetter haben, strömen die Leute zum English Bay und genießen die befreiende und enspannende Aussicht.

Was für ein Dezember!

Veröffentlicht am 7. Januar 2010 von Nadine Hauff in Kanada

Es gab viele Anlässe letzten Monat, die Grund zum feiern gaben. Der Dezember begann mit der Weihnachtsfeier bei Tim Hortons. Unsere Manager luden uns zum Bowling ein. Weiter geht es zu Yvonnes (21. :-) ) Geburtstag. Zu diesem Anlass charterten wir eine Limousine für eine einstündige Stadtrundfahrt durch Vancouver. Anschließend ging es in den Club.

Mitte Dezember bin ich dann von Kits weggezogen und wohne jetzt bei Anne, bis ich …., ja weiss auch nicht wie lange, denn durch die Olympischen Spiele ist es nicht leicht was zu finden.

Wie ihr ja wisst wurde der A-Team Movie in Vancouver bis mitte Dezember gedreht. Marwan hatte das Glück als Schauspieler auf der Gästeliste der Wrap Up Party zu stehen und nahm mich als Begleitung mit. Was für ein Abend. Am Anfang war ich jedoch zu schüchtern Fotos mit jedem zu machen, so dass mir einige Stars (z.B. Bradley Cooper) durch die Lappen gingen.

2 Tage später gab es dann schon die nächste Wrap Up Party, Remis. Er ist jetzt wieder in Frankreich und macht sein Studium zu Ende. Da Remi halb Äthiopier ist, sind wir in ein Äthiopien Restaurant gegangen und haben den Abend im Red Room Club abgefeiert. Am Sonntag sind Anne, Yvonne und ich dann nochmal mit Remi essen gegangen und haben ihm traditionell eine kanadische Flagge übergeben.

Und nun zum schönsten Event des Jahres. Der Basti ist in Vancouver gelandet. Und trotz der Verspätung und dem vermissten Koffer, hatten wir eine wunderschöne Zeit. Wir hatten mit ein paar Freunden ein entspanntes Weihnachten und unseren ersten Truthahn. Und ich habe unser Assi Julklapp eingeführt, ist sehr gut angekommen. Auch Sylvester haben wir mit ein paar Freunden bei Anne in der Wohnung gefeiert. Der Abend war super lustig, da wir alle auch ziemlich zeitig angeheitert waren. Verwundert waren wir, da es weder Countdown im Radio noch Feuerwerk gab. Nicht eine einzige Rakete am Himmel. Die 2 Wochen mit Basti sind aber auch sowas von schnell vergangen. Jetzt heisst es nochmal 5 Monate warten bis zur Wiedervereinigung.

Jetzt muss ich mich erstmal auf meinen neuen Job konzentrieren. Ich bin der System Supervisor für Gameday Management für die Olympischen Spiele. Was genau meine Aufgaben sind, werde ich in den nächsten 3-4 Tagen erfahren. Wie immer, ich werde berichten.

Viel Spaß mit den Bildern.

P.S. Für Feedback bin ich gern zu haben. :-)

Harbour Lookout

Veröffentlicht am 4. Januar 2010 von Nadine Hauff in Kanada

Ich wünsche euch allen ein gesundes neues Jahr. Mögen die guten Dinge in Erinnerung bleiben und die Schlechten vergessen werden, so dass wir mit neuem Mut und neuer Kraft ins Jahr 2010 gehen. Haltet an eure Vorsätze und Ziele fest und ich wünsche euch, dass diese in Erfüllung gehen.

Und es gibt noch was zu feiern. Über 10.000 Besucher. Das ist der Wahnsinn. Vielen lieben Dank an meine treuen Leser. :-)

Das neue Jahr möchte ich mit ein paar schönen Bildern beginnen, die ich vom Harbour Lookout gemacht habe.